| Baitul-Baqi-Moschee in Dietzenbach |
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Durch eine feierliche Zeremonie wurde heute die „Bait-ul-Baqi“ Moschee, Theodor-Heuss-Ring 48, 63128 Dietzenbach durch das Oberhaupt der weltweiten Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ), den Khalifen Hazrat Mirza Masroor Ahmad (Allah möge seine Hand stärken) eröffnet. An dieser Zeremonie nahmen neben Freunden und Nachbarn viele Gäste aus der Politik teil, darunter auch der Bürgermeister Jürgen Rogg. Insgesamt waren 450 Besucher zugegen. Der Name der Moschee „Bait-ul-Baqi“ steht für „Haus des ewig Bleibenden“. Die Gebetsfläche ist 133 m2 groß und ist geteilt für Frauen und Männer. Wie andere Moscheen ist auch Bait-ul-Baqi mit einem sechs Meter hohen Minarett ausgestattet. Dieses Minarett dient als Wahrzeichen einer Moschee, wird aber nicht zum öffentlichen Gebetsruf genutzt. Weiterhin enthalten die Räumlichkeiten der Moschee neben einigen Büros und einer Küche auch einen Kinderbetreuungsraum. Ein Parkplatz ist vorhanden. Programmablauf Um 17:15 Uhr traf der Kalifa (Allah möge seine Hand stärken) in der Moschee ein. Zu aller erst wurden die Mittagsgebete unter seiner Leitung verrichtet. Im Anschluss eröffnete um 17:30 Uhr Abdullah Uwe Wagishauser, Vorsitzender der AMJ in Deutschland die offizielle Zeremonie mit der Rezitation aus dem Heiligen Koran. In seiner Begrüßung bat Herr Wagishauser zu Beginn den Bürgermeister neben dem Kalifen Platz zu nehmen. Danach sprach er über die Historie von Dietzenbach und über die Anfänge der AMJ in dieser Stadt in 1957. Die Bedeutung der Stadt betonte er durch Erwähnung des Besuches vom ersten pakistanischen Nobelpreisträger der Physik, Dr. Abdus Salam, welcher in 1989 als Vertreter des vierten Kalifen (Allahs möge mit Ihm zufrieden sein) der AMJ vom ehemaligen Bürgermeister Jürgen Haie in Dietzenbach empfangen wurde. Ebenso ließ Herr Wagishauser nicht unerwähnt, dass bereits drei Kalifen der AMJ beginnend ab dem dritten Kalifen Dietzenbach besucht haben. Nach seiner Ansprache bat Herr Wagishauser den Bürgermeister Jürgen Rogg um sein Grußwort. Bürgermeister Rogg begrüßte die Gäste mit einem „Assalamo Alaikum“ und beglückwünschte diese zu der Fertigstellung der neuen Moschee mit einem „Kushahmadid or Mubarak“. Sehr bemerkenswert war diese Begrüßung, da er den Anfang seiner Begrüßung auf Urdu, der Landessprache in Pakistan, hielt. Bürgermeister Rogg sprach zu Beginn über das friedliche Zusammenleben der vielen Menschen unterschiedlichen Ursprungs in Dietzenbach. Er betonte hierbei auch die friedliche Stellung der Ahmadis, welche als „gute Dietzenbacher Bürger“ mit ihren Mitmenschen friedlich zusammenleben. Für den Bau der Moschee, sagte Herr Rogg, hätten die Ahmadis viele Anstrengungen unternommen. Der Bau der Moschee diene dem Abbau von „Ängsten und Vorurteilen“ und sei vollkommen legitim, da die Religionsfreiheit in Deutschland für alle Religionen geschützt sei. Weiter erwähnte er die jährliche Putzaktion der Ahmadis, bei der Strassen nach dem Sylvester freiwillig gesäubert werden. Er sah sich ebenso erkenntlich für die Bäume, die zur Verschönerung der Stadt von Ahmadis gespendet werden. Zum Schluss seiner Ansprache bedankte sich der Bürgermeister für die Einladung und übereichte dem Khalifen (Möge Allah seine Hand stärken) ein Geschenk. Die nächste Rednerin war Frau Ute Zapf, welche Mitglied im Deutschen Bundestag ist. Unter Berücksichtigung der Geschichte der Jamaat wünschte Frau Zapf allen Ahmadis ein friedliches Zusammenleben in Dietzenbach, ohne Verfolgung. Sie bat alle Ahmadis auf, Ihre Botschaft des Friedens „Liebe für Alle, Hass für Keinen“ nach außen zu tragen. Frau Zapf beendete Ihre Ansprache mit der Aufforderung, dass Ahmadis nicht nur Bäume in Dietzenbach bepflanzen sollen sondern auch selbst „ihre Wurzeln in dieser Stadt schlagen“ sollen. Vorletzter Gastredner war der ehemalige Bürgermeister Jürgen Haie. Er erinnerte sich zurück an einen „Höhepunkt“ in seiner Amtszeit. Er sagte indes, dass er noch heute in seinem Inneren hören könne, wie der vierte Khalifa (Allah möge mit ihm zufrieden sein) während einem Empfang zu ihm sagte: „Wenn es in einer kleinen Stadt keinen Frieden gibt, wie kann der Frieden in der ganzen Welt errichtet werden?“ Bezug nehmend auf AMJ sagte er, dass diese „religiöse Vielfalt“ eine „Bereicherung“ für die Stadt sei und man voneinander lernen könne. Die Aufgabe sei es, „Missverständnisse aufzuklären“. Ex-Bürgermeister Haie freute sich, dass die AMJ „sehr maßgeblich daran beteiligt sei, Frieden zu verbreiten“. Als naher Freund und enger Bekannter der AMJ hielt auch der Richter Horst Schäfer eine Grußbotschaft. Richter Schäfer trug eine pakistanische Mütze auch bekannt als „Jinnah-Cap“, welche er damals von Masud Jehlmi dem Imam der Nuur-Moschee in FFM erhielt und begründete dies mit Ehrerbietung und Respekt vor Allah und den Menschen. In seiner Ansprache bedankte sich Herr Schäfer für die Einladung und sprach zunächst sehr ausführlich von der derzeitigen Verfolgungssituation der Ahmadis in Pakistan. Er nannte hierbei den Koranvers, dessen unterschiedliche Interpretation die Verfolgung beherbergte und erwähnte auch die zwei größten Anschläge auf die AMJ in Pakistan am 28. Mai 2010. Er sagte, dass die Ahmadis trotz dieser sehr schweren Verfolgung keinen unrechtmäßig Widerstand leisteten sondern nur mit zivilen, rechtlichen Mitteln dieser Verfolgung entgegenwirkten. Außerdem sagte er, dass die AMJ mit einem gleichberechtigten, respektvollen Zusammenleben eine Bereicherung für Deutschland sei. Zum Abschluss sprach Huzur (Allah möge seine Hand stärken) zu den Gästen. Zunächst betonte er den Sinn einer Moschee. Eine Moschee sei eine Stätte der Andacht und diene der Verbreitung von Frieden. In dieser Stätte ist das Bestreben eines jeden Gläubigen mit Seinem Herren durch Hingabe zu einer Einheit zu verschmelzen. Diese Handlungsweise führt zu einem beständigen Glauben und hält ab von Sünden. Der Khalifa (Allah möge seine Hand stärken) zitierte in diesem Zusammenhang den Verheißenen Messias (Friede Allahs sei mit ihm) sowie den Heiligen Propheten Muhammad (Friede und Segnungen Allahs seien mit ihm). Er machte außerdem die Bedeutung des Moscheenamens „Baqi“ klar, welcher für „ewig existierendem“ steht und erwähnte, dass dieser Name auch eine Eigenschaft Allahs darstelle. Jeder Ahmadi sollte diese Bedeutung verinnerlichen. In einem weiteren Zusammenhang sagte der Khalifa (Allah möge seine Hand stärken), dass jeder aus seinem erwirtschafteten Gut spenden sollte. Die Basis für alle Anstrengungen um in Frieden und in Harmonie zu leben ist Gottesfurcht. Der Khalifa (Allah möge seine Hand stärken) sagte erklärend, dass Baumbepflanzungen einer Verschönerung dienen – wahrhafte Bäume sind aber Bäume im Herzen des Menschen, deren Wurzeln tief sind und deren Äste bis zum Himmel reichen. Seine Rede beendete Huzur (Allah möge seine Hand stärken) mit der Aufforderung an alle Gemeindemitglieder, dass wir dem deutschen Staat sehr dankbar sein müssen. Dieser Dank kann zum Beispiel durch die Verbreitung der friedlichen Botschaft des Islams erbracht werden. Ebenso sollte jedes Mitglied Anstrengungen unternehmen um Fortschritt und Nutzen für den Staat zu erzielen. Er beendet seine Rede mit ein Stilles Gebet. |